Fakten
Erbaut: 1643 (Rittergut) / 1841-42 (Erweiterung Kinderheim)
Leerstand seit: 1990
Bezeichnungen: Rittergut Bräunsdorf, Kinderheim Bräunsdorf, Königliche Landeserziehungsanstalt Sachsen, Landeswaisenhaus Bräunsdorf, Besserungsanstalt Bräunsdorf, Korrekturanstalt Bräunsdorf, Korrektionsanstalt Bräunsdorf, Spezialkinderheim Martin-Andersen-Nexö, Jugendwerkhof Martin-Andersen-Nexö
Geschichte
Rittergut
Im ländlichen Raum unweit von Freiberg stößt man im Oberschönaer Ortsteil Bräunsdorf plötzlich auf ein mächtiges und imposantes ehemaliges Kinderheim, welches nicht so recht in das Bild der 800 Seelen zählenden Gemeinschaft passen mag. Direkt daneben finden sich zudem noch stark verfallene Reste eines alten Rittergutes. Da beide Orte eine eng verbundene Vergangenheit besitzen, möchte ich diese hier zusammen betrachten.
Das Rittergut wurde bereits 1643 errichtet. 1664 kamen weitere Gebäude hinzu. 1722 entstand ein Bet- und Schulhaus, welches auch heute noch nördlich des Kinderheims als Kapelle erhalten ist. 1760 kam ein Gutshaus beziehungsweise eine Brauerei hinzu. Knapp 50 Jahre später war jedoch die beste Zeit des Ritterguts vorbei. 1815 musste man Konkurs anmelden. 1824 ging das Areal schließlich durch die Sächsische Armenhaupt-Kasse in die Hand des Königreichs Sachsen über. Damit begann zugleich die Geschichte des Kinderheims.
Nutzung als Kinderheim
Denn im gleichen Jahr entstand hier ein Landeswaisenhaus. Dieses hatte jedoch ebenfalls nur eine kurze Lebensdauer. Bereits in den 1830er-Jahren stand die Umwandlung zu einer Korrekturanstalt für kriminelle Kinder an. Damit begann gleichzeitig die dunkle Vergangenheit des Standorts. Für den neuen Nutzungszweck entstanden zwischen 1841 und 1842 zahlreiche neue Gebäude nordöstlich des eigentlichen Ritterguts. Darunter auch das berühmte Haus 1 mit seinen zwei Glockentürmen. Im gleichen Atemzug baute man 1843 das inzwischen abgerissene Herrenhaus des Ritterguts um. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen zudem noch weitere Stallungen hinzu.
Weitere Umbauten wurden erst wieder zu Zeiten des Ersten Weltkrieges zwischen 1914 und 1915 nötig. Ab 1933 begann eine erneute Umnutzung des Geländes durch die Nationalsozialisten. Diese machten das Areal offiziell zu einer Korrektionsanstalt für asoziale und arbeitsunwillige Erwachsene. Es sollte offensichtlich sein, dass man dabei unliebsame Menschen aus dem Weg schaffte. Dieser Charakter verschwand auch nach dem Sturz des faschistischen Deutschen Reiches nicht. 1945 wurden die Gebäude die Heimat des Jugendwerkhofs, bei dem nun wieder angeblich schwierige Kinder im Mittelpunkt standen. Zwischen 1960 und 1989 war es schließlich das Spezialkinderheim Martin-Andersen-Nexö. Letztlich wurden die Kinder nach Bräunsdorf verfrachtet, die nicht dem sozialistischen Ideal entsprachen und demzufolge „auffällig“ waren. Dabei arbeitete man hier in vertrauter Vergangenheit mit brachialen Methoden, um eine „Korrektur“ zu erreichen.
Leerstand
Mit der Wende war dieses Kapitel Geschichte. Wie auch jegliche Nutzung des Geländes. Seit 1990 lag alles brach bevor 2003 die Deutsche Eliteakademie mit großen Plänen die Kontrolle übernahm. Ein Konferenz- und Schulungszentrum wollte man in Bräunsdorf errichten. Immerhin sanierte man eine Villa, welche auch heute noch bewohnt wird. Zu mehr kam es unter anderem auch durch die Finanzkrise 2008 nicht mehr. 2007 wurde des weiteren die nördlich gelegene Kapelle versteigert. Vier Jahre später stürzte schließlich das Dach des Herrenhauses ein. Daraufhin blieb nur noch ein schrittweises Abtragen des historischen Denkmals.
Ausblick
Um die Zukunft des weitläufigen Areals sieht es so düster aus wie seine Vergangenheit. 2019 kaufte eine Polin das Hauptgebäude mit den Glockentürmen (Haus 1). Sie könne sich dort ein Spa-Hotel oder ein Haus für Kinder vorstellen. Davon ist auch Jahre später absolut nichts zu sehen. 2022 bekundete die Gemeinde Oberschöna ihr Interesse am Kauf der Kapelle. Hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Erste Aufräumarbeiten fanden jedoch bereits statt. Das benachbarte Kinderheim Bräunsdorf wird vorerst allerdings weiter verfallen.
Galerie
Quellen
Alle Burgen
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Freie Presse #1 / #2 / #3
Gemeinde Oberschöna
Panos 360
Ronalds Kleine Page
Sachsens Schlösser
Sächsische
Wikipedia




Ich war von 1975 bis 1978 in diesen Heim und es war eine schöne Zeit für mich. Ich lebte im Haus 3 und habe meine 10 Klasse dort abgeschlossen. Wir hatten viele freiheiten gute Lebensbedingungen und wer etwas anderes schreibt ist ein grosser Lügener .
von wegen seit 1990 brach. war von 1992 bis 1995 dort. und da waren noch 3 Gebäude aktiv genutzt. Mit Sporthalle sogar 4. und auch die Nebengelassen.
Ich war 1982-1984 im Haus 1 .es war grausam . Es war meine schlimmste Kindheit.
Ich war 1982-1984 im Haus 1 .es war grausam . Es war meine schlimmste Kindheit.
Ich war auch in Schelms in einem Kinderheim von 76 – 78 als mich meine Eltern adoptierten . Ich habe nur wage Erinnerungen an bestimmte Dinge wie , die große Treppe am Eingang und die Holzvertäfelung wo ich immer mit einem Plastik Rohr aus einer Spielzeug Kanone das Rauschen hinter der Wand am Eingang lauschte . Es kann auch sein das ich von 75-77 dort war da ich nicht weiß wann ich meinen Erzeugern weggenommen wurde . Mit zwei Jahren wurde ich adoptiert. Man nannte mich mache der Adoption Lutz Otto vielleicht erinnern sich ja welche an mich
Die „Kapelle“ oder genauer gesagt das „Schul-und Bethaus“ wurde von der Gemeinde Oberschöna inzwischen gekauft und wir vom „Kulturverein Schul- und Bethaus Bräunsdorf / Erz. e.V.“ und ganz viel Hilfe aus dem Dorf Stück um Stück renoviert. (www.kulturverein-braeunsdorf.de oder auf instagram könnt ihr schauen).
Langfristig sind wir für Ausstellungen über das Kinderheim an Erfahrungsberichten & Erinnerungen & Dokumenten interessiert (kulturverein-braeunsdorf@gmx.de).
Lost Place -Liebhabern würde ich nicht empfehlen das Objekt zu besichtigen.
Wird durch Kameras und Security überwacht
Ich fand die Zeit schön Dort. zu Leben.
Hallo,
ich war mit 12 – 13 Jahren dort. also vor fast über 40 Jahren. heute bin 53.
Ich fand es schrecklich von meinen Eltern entfernt zu sein.
Im ersten Jahr waren 3 Jungs dort, die uns erpresst und geschlagen haben.
Und wir waren total verängstigt.
Heute am 26.07.2025 war mal hingefahren, und habe es mir von außen und innen(soweit ich kam) angeschaut.
Die ganzen 40 Jahre habe ich nie darüber gesprochen, oder mich damit auseinander gesetzt.
Weiß jemand die Email oder so von dem Besitzer. Würde gerne es mal besuchen und bisschen erkunden. Ich bin auch nicht auf Vandalismus aus, sondern einfach nur Neugier und bisschen abenteuer
Hallo Christian,
du kannst einfach mal hinfahren und es erkunden.
Ich war wie gesagt am 26.07. dort und bin in die Gebäude rein. und habe Fotos gemacht.
Musst aber vorsichtig sein, ist ist nicht mehr das beste Haus
Zur Zeit gibt es kein Besitzer.
Christian
ich kann dir auch meine E-mail senden, da kann ich dir Fotos senden